Technik

Hier erfahren Sie einiges über die Technik des Fluggerätes, welches sich vor allem durch die Art der Steuerung gegenüber anderen Flugzeugen abhebt. Gerade dies macht es in der Wartung und Reparatur als auch im Flug außerordentlich betriebssicher.
Regelmäßige Wartung und fristgerechter Austausch von sogenannten Verschleißteilen (z.B. Zündkerzen, Öle und stark beanspruchte Bolzen) sind aber Grundvoraussetzung für einen sicheren Betrieb eines solchen Luftsportgerätes.
Eine jährliche "TÜV-Prüfung", die sogenannte Jahresnachprüfung, durch einen anerkannten Prüfer des Deutschen Ultraleichflugverbandes (DULV) gehört selbstverständlich auch dazu.
 
Ein Trike besitzt natürlich auch alle klassischen Komponenten wie ein "richtiges Flugzeug". Nur das hier die Technik nicht so komplex ist. Dadurch bleibt letztendlich in der Luft mehr Zeit um den Flug zu genießen, denn die Überwachung des Fluggerätes soll ja nicht in Stress ausarten. Von Vorteil ist hierbei auch die geringe Eigengeschwindigkeit des Fluggeräts (90-100 km/h), welches es ermöglicht auch so manches Detail zu entdecken, was den "superschnellen Fliegern" meistens vorenthalten bleibt.

 

Tragwerk
Getragen werden wir in der Luft von einer druckpunktfesten Fläche, die sich im Fluge sehr stabil und gutmütig verhält. Dies kommt der Betriebssicherheit und dem Handling zugute.
Die Tragfläche, welche unseren Auftrieb erzeugt, ist aus einem flexiblen Material (Mylar-Dacron-Verbundfaser) hergestellt. Diese erhält durch zusätzliche "Segellatten" die Profilform die wir benötigen, damit unser Fluggerät bei positiven und negativen G-Belastungen nicht zusammenklappt. Mit der Nurflügelfläche heben wir bei ca. 65 km/h ab. Die Gesamtfläche beträgt hierbei ca 15m2 bei einer Spannweite von rund 10 Metern. Gesteuert wird die Fläche lediglich durch die Bewegung des "Bügels". In der Luft erwirkt man damit eine Gewichtsverlagerung der "Gondel" und damit werden schließlich alle Flugmanöver eingeleitet. Zusätzlich hat die "Avant-Fläche" vom Drachenstudio Kecur eine Spoilersteuerung. Hier können abwechseln oder gleichzeitig Störklappen auf der Oberseite der Fläche über einen Bowdenzug betätigt werden. Dadurch lässt sich auf der einen Seite die Maschine leicht und ohne Kraftaufwand in eine Kurvenlage bringen oder der Landeanflug kann dadurch verkürzt werden. Dies lässt sich aber am besten bei einem
Rundflug zeigen und erklären.

Rumpfwerk
Ist in der Großfliegerei letztendlich die gesamte Zelle, die Passagiere, Fracht und Treibstoff aufnehmen kann. Hier am Trike ist natürlich alles etwas kleiner gehalten.

Das Rumpfwerk besteht beim Merlin Trike aus einem polierten Edelstahlrahmen. Dieser ist zwar etwas schwerer als ein Gerüst aus Aluminiumrohren, aber dafür zentral ohne Verstrebungen gebaut. Dieser nimmt alle Kräfte auf, die nötig sind um ein Fluggerät am Himmel zu halten und am Boden sicher zu bewegen. An diesen Rahmen sind die GFK Fahrwerksschwingen, die GFK Rumpfschale mit Cockpit, die mit Schaumstoff verstärkten Nylonsitze und naturlich der Motor befestigt. Weiterhin sind am Rahmen noch das Rettungsgerät von GRS und der 54,7 Liter fassende GFK Tank befestigt.

Vergleichen kann man die Sitzposition mit der eines Reisemotorrades, da hier die hintere Person etwas erhöht sitzen kann. Dadurch ist es möglich eine einzigartige Rundumsicht in alle Richtungen zu genießen.  Die Füße ruhen dabei auf den Fußrasten, der Oberkörper ist mit einem 4-Punkt-Schroth-Gurt gesichert. 

Triebwerk
Das Triebwerk ist ein luft/ ölgekühlter Boxermotor aus einem handelsüblichem BMW Motorrad (RS1100). Dieser bringt eine Maximalleistung von 90 PS und treibt über ein Stirnraduntersetzungsgetriebe den Neuform-Propeller an. Dieser bringt einen maximalen Standschub von 200kg hervor. Dabei beträgt der durchschnittliche Verbrauch im Reiseflug ca. 8-10 Liter Superbenzin. Möglich sind solche Verbrauchswerte bei normalen Flugmotoren selten. Moderen Einspritztechnik und Lamdasondensteuerung mit Katalysator gehören heute einfach zum Stand der Technik. Sollte der Motor dennoch einmal streiken, so ist eine Außenlandung kein Problem. Wir können Aufgrund der geringen Landestrecke und Landegeschwindigkeit auf fast jeder Wiese notlanden.

Fahrwerk
Das Merlin Trike hat ein gefedertes und trommelgebremstes Bugradfahrwerk, d.h. das gelenkte Rad mit Fußbremse sitzt vorn. An dem Vorderrad sind weiterhin zwei Fußstützen für Lenkung und die Bedienung von Bremse und Motorgas angebracht. Die zwei Hinterräder federn über einen verkleideten Glasfaserstab und einen Schwinungsdämpfer den Landestoß und die Unebenheiten der Landebahn ab. In gewissen Grenzen halten diese bei einer harten Landung Schäden von der Wirbelsäule fern.

 

Cockpit
Hier ist das Nervenzentrum eines jeden Flugzeuges. Auch beim Trike gibt es Instrumente und Anzeigen, nur nicht eben so viele wie in der Verkehrsfliegerei. Folgende notwendigen Instrumente stehen für den sicheren Flugbetrieb zur Verfügung:

 

Flugüberwachung:  Höhenmesser, Fahrtmesser, Variometer
Navigation:   Kompass, Uhr, Funkgerät, Moving Map mit GPS, ICAO - Karte, Funkgerät mit Intercomanlage und Bluetoothkopplung, Transponder
Motorüberwachung: Drehzahlmesser, Öltemperatur, Öldruck, 
  Kraftstoffvorratsanzeige, Zündkreisschalter,

Spannungsanzeige, Betriebsstundenzähler, Tankanzeige

Für Interessierte:  Kenndatenblatt "Merlin 1100 mit Avant"